Kombinationston
Ein Kombinationston ist ein zusätzlicher Ton, den man hört, wenn zwei Töne laut zusammenklingen, obwohl ihn niemand spielt. Der wichtigste ist der Differenzton, dessen Frequenz der Unterschied der beiden gespielten Töne ist. Er entsteht erst im Ohr.
- Differenzton
- f₂ − f₁, die Differenz der Frequenzen
- Summationston
- f₁ + f₂, schwächer und schwerer zu hören
- Auch
- Tartini-Ton, nach dem Geiger Giuseppe Tartini
- Voraussetzung
- zwei kräftige, reine Töne bei großer Lautstärke
Ein Ton, den niemand spielt
Spielt man zwei Töne laut und rein zusammen, zum Beispiel auf zwei Blockflöten oder zwei Violinsaiten im Doppelgriff, kann man darunter einen dritten, tiefen Ton wahrnehmen. Er klingt nicht aus den Instrumenten, sondern entsteht im Hörsystem selbst, weil das Ohr bei hohem Schalldruck nicht ganz gleichmäßig auf Schwingungen reagiert. Man spricht von einem Kombinationston. Seine Frequenz ist, im einfachsten Fall, die Differenz der beiden Töne.
Quinte a–e und ihr Differenzton
Zuerst klingen a (440 Hz) und e (660 Hz) zusammen. Ihre Differenz ist 220 Hz, das a eine Oktave tiefer. Dieses a3 ist hier zur Orientierung dahinter notiert; im Zusammenklang der beiden Töne hört man es nur schwach und im Ohr, nicht als gespielten Ton. Bei gleichstufiger Stimmung liegt die Differenz mit 219,3 Hz knapp darunter.
Wie er sich berechnet
Die Rechnung ist einfach: von der höheren Frequenz die tiefere abziehen. Spielt man 440 Hz und 660 Hz, also eine Quinte mit dem Verhältnis 3:2, ergibt sich 220 Hz. Die Tabelle rechnet vier reine Intervalle vor. Dabei fällt eine Regel auf: Bei Intervallen aus benachbarten Teiltönen wie diesen ist der Differenzton der gemeinsame Grundton beider Töne, also der Ton, dessen Obertöne die gespielten Töne sind. Bei der Quinte sind 440 Hz der zweite und 660 Hz der dritte Teilton von 220 Hz.
| Intervall (rein) | Verhältnis | Beispiel | Differenzton | Liegt bei |
|---|---|---|---|---|
| Oktave | 2:1 | 440 und 880 Hz | 440 Hz | gleich dem tieferen Ton |
| Quinte | 3:2 | 440 und 660 Hz | 220 Hz | eine Oktave unter dem tieferen |
| große Terz | 5:4 | 440 und 550 Hz | 110 Hz | zwei Oktaven unter dem tieferen |
| kleine Terz | 6:5 | 440 und 528 Hz | 88 Hz | etwa F (große Oktave), zwei Oktaven und eine große Terz unter a′ |
Das erklärt, warum reine Intervalle so gut verschmelzen: Beide Töne gehören zur Obertonreihe desselben gedachten Grundtons, und der Differenzton spielt diesen Grundton nach. Bei unreinen Intervallen passt keine gemeinsame Reihe mehr, und der Differenzton liegt daneben.
In der Praxis
Der Geiger Giuseppe Tartini hat die Erscheinung für sich genutzt: Wer im Doppelgriff einen Differenzton hört, kann an ihm prüfen, ob das Intervall rein ist. Deshalb heißt der Effekt auch Tartini-Ton. Im Orgelbau nutzt man ihn als „akustischen Bass“: Zwei Register im Quintabstand, zum Beispiel ein 16-Fuß-Ton und ein 10⅔-Fuß-Ton, lassen die Oktave darunter, den 32-Fuß-Ton, hören, ohne dass die riesige Pfeife dafür gebaut werden muss.
Häufige Fehler
- Den Differenzton für einen Fehler im Instrument halten: Er entsteht im Ohr, nicht im Instrument.
- Differenz in Cent rechnen: Gerechnet wird in Hertz.
- Erwarten, dass jedes Intervall ihn deutlich erzeugt: Er ist am deutlichsten bei lauten, reinen Tönen und gut gestimmten Intervallen.
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Verwandte Begriffe
InterferenzSchwebungObertonreiheReine QuinteQuinteTeiltonOktaveSchwingungIntervall
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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