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Harmonik

Leittonwechselklang

Der Leittonwechselklang ist der Akkord, der aus einem Dreiklang entsteht, wenn man einen Ton gegen seinen Leitton austauscht. Aus C-Dur wird e-Moll (c wird zu h), aus a-Moll wird F-Dur (e wird zu f). Beide Klänge teilen zwei Töne und sind terzverwandt.

Bildung in Dur
Grundton fällt einen Halbton (c → h)
Bildung in Moll
Quinte steigt einen Halbton (e → f)
Aus C-Dur
e-Moll (e–g–h)
Aus a-Moll
F-Dur (f–a–c)
Funktionstheorie
Gegenklang (Tg)

Ein Ton wandert um einen Halbton

Die Idee ist einfach: Man nimmt einen Dreiklang, lässt zwei Töne liegen und bewegt den dritten um einen Halbton. Beim Durdreiklang sinkt dazu der Grundton auf den Leitton. Aus c–e–g wird h–e–g, also e-Moll. Beim Molldreiklang steigt die Quinte auf den Ton darüber: Aus a–c–e wird a–c–f, also F-Dur. Der Wechsel zwischen den beiden Klängen ist ein sehr kleiner Schritt, denn die Akkorde teilen zwei Töne und die dritte Stimme geht nur einen Halbton.

C-Dur und sein Leittonwechselklang e-Moll

Das c im C-Dur-Akkord sinkt einen Halbton zum h, e und g bleiben liegen. So entsteht e-Moll. Den Ton h kennt man als Leitton von C-Dur.

a-Moll und sein Leittonwechselklang F-Dur

In Moll geht der Wechsel in die andere Richtung: Das e der Quinte steigt einen Halbton zum f. a und c bleiben liegen, und aus a-Moll wird F-Dur.

Im Glossar: Ersatzklang · Leitton · Dreiklang

AusgangsakkordAustauschLeittonwechselklang
C-Durc → he-Moll
G-Durg → fish-Moll
F-Durf → ea-Moll
a-Molle → fF-Dur
e-Mollh → cC-Dur
d-Molla → bB-Dur

Terzverwandtschaft

Zwei Dreiklänge, die ein Terzintervall voneinander entfernt sind und zwei Töne teilen, nennt man terzverwandt. Der Leittonwechselklang gehört neben der Parallele zu den beiden engsten Verwandtschaften dieser Art. Die Funktionstheorie nennt den Leittonwechselklang Gegenklang: In C-Dur ist e-Moll der Tonikagegenklang (Tg).

CEmAmF

Wirkung

Weil nur eine Stimme einen Halbton geht, klingt der Wechsel weich und doch verändernd: Dur wird zu Moll, ohne dass sich der Klang weit entfernt. Er eignet sich für sanfte Übergänge, ohne die Tonart zu verlassen. In Harmoniefolgen des 19. Jahrhunderts tritt der Leittonwechsel häufig auf, etwa zu Mediant-Beziehungen; im Zusammenhang mit der Neo-Riemannschen Theorie wird er als die Operation „L“ bezeichnet.

Zum Üben: Spiele am Klavier C-Dur und senke nur den Grundton c einen Halbton ab, während die anderen Finger liegen bleiben. Du hörst e-Moll. Mache dasselbe mit a-Moll, indem du das e zum f hebst.