Mediante
Die Mediante ist der Dreiklang auf der dritten Stufe einer Tonart, in C-Dur also e–g–h (Em). Sie steht der Tonika nahe und färbt sie ein, hat aber keine eigene Hauptfunktion. In der Romantik bezeichnet man mit dem Wort auch Akkorde, die im Terzabstand zueinander stehen.
- Stufe
- III (iii in Dur)
- In C-Dur
- Em, e–g–h
- Qualität in Dur
- Moll
- Kirchentonart
- Phrygisch
- Gegenstück
- Submediante (vi)
Die Mitte zwischen Tonika und Dominante
Das Wort geht auf das lateinische „medius“ zurück, die Mitte: In der Terzschichtung I – III – V liegt die dritte Stufe zwischen Tonika und Dominante. Die Seite Stufenakkorde sagt im Abschnitt über Stellvertreter, dass die Mediante iii (Em) der Tonika nahestehe und sie einfärbe. Anders als Tonikaparallele und Subdominantparallele hat sie dort keinen eigenen Funktionsnamen. In der Funktionstheorie heißt Em in C-Dur je nach Zusammenhang Dominantparallele (Dp) oder Tonikagegenklang (Tg).
| Stufe | Akkord | Typ | Funktion | Modus |
|---|---|---|---|---|
| I | C | Dur | Tonika | Ionisch |
| ii | Dm | Moll | Subdominantparallele | Dorisch |
| iii | Em | Moll | Mediante | Phrygisch |
| IV | F | Dur | Subdominante | Lydisch |
| V | G | Dur | Dominante | Mixolydisch |
| vi | Am | Moll | Submediante | Äolisch |
| vii° | H° | vermindert | Leitton | Lokrisch |
Die Tabelle zeigt die Stufenakkorde in C-Dur mit Funktion und Kirchentonart, so wie sie auf der Seite Quintenzirkel stehen. Em ist ein Mollakkord und gehört zur Kirchentonart Phrygisch, die auf der dritten Stufe beginnt.
Wie sie klingt
Em teilt zwei Töne mit dem C-Dur-Dreiklang, nämlich e und g. Der Wechsel C → Em ändert also nur einen Ton, c wird zu h, und klingt dadurch weich, ohne die Tonart zu verlassen. Die Hörbeispiele zeigen dieselbe Wirkung in einer vertrauten Folge.
Terzverwandte Akkorde
In der Romantik wird das Wort „Mediante“ weiter gefasst: Es bezeichnet Akkorde, deren Grundtöne eine Terz auseinanderliegen. Neben der diatonischen Mediante (C → Em) gibt es chromatische Medianten, die nicht in der Tonart liegen und nur einen Ton mit dem Ausgangsakkord teilen, zum Beispiel C-Dur zu E-Dur. Sie öffnen überraschende Farben und schwächen oft den Funktionszusammenhang.
Mediante und Modus
Die Kirchentonart auf der dritten Stufe ist Phrygisch. Der Artikel Kirchentonarten an bekannten Stücken beschreibt Phrygisch als Moll mit erniedrigter zweiter Stufe: in e phrygisch steht f statt fis, und dieser Halbton über dem Grundton ist das auffälligste Merkmal. Die Töne von E-Phrygisch sind genau die weißen Tasten, also die von C-Dur; Em ist ihr Tonika-Dreiklang. In Dur-Moll-Musik tritt die Mediante meist als farbiger Zwischenakkord auf, nicht als Zielpunkt einer Kadenz.
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Verwandte Begriffe
SubmedianteStufenakkordFunktionstheorieTonikaDominanteSubdominantePhrygischTerzMolldreiklang
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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