Mediante
Dritte Stufe, Mediant zur Tonika.
Was es bedeutet
Mediante bezeichnet in der Stufenbenennung die dritte Stufe einer Tonart, die in der Mitte zwischen Tonika und Dominante liegt — daher der Name. In C-Dur ist das e und der darauf errichtete e-Moll-Dreiklang (III). In der deutschsprachigen Harmonielehre hat das Wort zusätzlich eine zweite, weitere Bedeutung, die in der Praxis häufiger begegnet.
Musikalische Verwendung
In der engeren Bedeutung ist die Mediante ein leitereigener Nebenklang. Funktionstheoretisch wird der Dreiklang auf der dritten Stufe je nach Zusammenhang als Tonikagegenklang oder als Dominantparallele gedeutet, weil er mit beiden zwei Töne gemeinsam hat. Er wird seltener gebraucht als die übrigen Nebenstufen und erscheint vor allem in Sequenzen und als Durchgangsklang.
In der weiteren Bedeutung bezeichnet man als Mediante jeden Klang, dessen Grundton eine Terz über oder unter einem Bezugsklang liegt, auch wenn er leiterfremd ist. Besonders wirkungsvoll sind chromatische Medianten, bei denen die beiden Klänge nur einen Ton oder gar keinen gemeinsam haben — etwa C-Dur und E-Dur oder C-Dur und As-Dur. Solche Terzverwandtschaften wurden im 19. Jahrhundert zu einem bevorzugten Farbmittel: Sie wirken überraschend und leuchtend, weil sie den gewohnten Quintbeziehungen ausweichen, und eignen sich für abrupte Tonartwechsel ohne vermittelnde Modulation.
Abzugrenzen ist die Mediante von der Submediante, die in der Stufenbenennung die sechste Stufe bezeichnet — eine Terz unter der Tonika.
Im deutschen Sprachgebrauch hat der Begriff zwei Bedeutungen. Er bezeichnet einerseits die dritte Stufe einer Tonart, andererseits Akkorde im Terzabstand zur Tonika, die als Medianten oder Terzverwandte bezeichnet werden. In der Harmonik der Romantik spielen solche Terzverwandtschaften eine große Rolle, weil sie überraschende Farbwechsel erlauben. ## Spielpraxis
Wenn ein Stück in einen terzverwandten Klang ausweicht, gestalte den Wechsel als Farbwechsel und nicht als Kadenz — er soll leuchten, nicht schließen. Achte auf die Intonation der Töne, die sich beim Wechsel verändern; bei chromatischen Medianten verschiebt sich meist der gemeinsame Ton in seiner Bedeutung. Und unterscheide in der Analyse die beiden Wortbedeutungen.