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Tempo

Mässig

„Mässig“ ist die deutsche Tempoangabe für ein mittleres, weder eiliges noch gemächliches Zeitmaß. Sie entspricht dem italienischen Moderato. Ein genauer Wert steckt nicht im Wort, deshalb gehört es zu den Angaben, die der Spieler selbst ausdeuten muss.

Bedeutung
mäßig bewegt, mittleres Tempo
Italienisch
moderato
Schreibweise
In den Notenblättern „Mässig“, heute „mäßig“
Steht
über dem ersten Takt (in den drei Liedern unten fett gedruckt)

Ein Wort statt einer Zahl

Tempowörter sind alte Verabredungen, keine Messwerte. Der Baustein Tempo beschreibt sie als dehnbar: „Andante“ beschreibe eher eine Haltung des ruhigen Gehens als einen exakten Wert. Für „Mässig“ gilt dasselbe. Das Wort verlangt ein Zeitmaß in der Mitte der Skala, das Spielraum für Ausdruck lässt. In der Tabelle unten steht es dort, wo auch das italienische Moderato steht, zwischen Andante und Allegro.

TempowortBedeutung
Largobreit, sehr langsam
Adagioruhig, langsam
Andantegehend, im Schritttempo
Moderato / mäßigmäßig bewegt
Allegroschnell, munter
Vivacelebhaft
Prestosehr schnell

Die Reihenfolge und die Kurzbedeutungen stammen aus dem Baustein Tempo. Eine Tabelle mit ungefähren Schlägen pro Minute, allerdings ohne Zeile für Moderato, steht auf der Seite Rhythmus im Abschnitt „Tempo“.

Mässig oder mäßig?

Die Notenblätter im Archiv schreiben „Mässig“ mit doppeltem s. Gemeint ist dasselbe Wort, das man heute „mäßig“ schreibt. Wer nach der Angabe im Notentext sucht, sollte beide Schreibweisen kennen. Dasselbe gilt für verwandte Zusätze: In den Liedern unten stehen „Etwas geschwinder“ und „Mässige Bewegung“.

Wie ein Tempowort zur Gangart wird

Dasselbe Wort kann in verschiedenen Taktarten sehr unterschiedlich ausfallen, wie schon die drei Lieder zeigen: Im ersten ist der Grundschlag die halbe Note, im zweiten schwingt ein 12/8-Takt in vier Gruppen zu je drei Achteln, im dritten gehen zwei Viertel auf einen Takt. „Mäßig“ meint daher nie eine feste Zahl von Achteln pro Minute, sondern ein Maß, in dem Text, Begleitfigur und Atem natürlich zusammenpassen.

Der Baustein Tempo nennt das den Charakter: Jedes Stück habe ein richtiges Tempo, in dem seine Bewegung natürlich wirke; zu schnell wirke sie gehetzt, zu langsam zäh.

Zum Üben: Stelle am Metronom ein ruhiges Tempo ein und spiele oder singe eine Phrase zuerst langsamer, dann etwas schneller. An der Stelle, wo der Text oder die Begleitung nicht mehr bequem laufen, liegt die Grenze nach oben. Das Tempo „mäßig“ liegt meist ein Stück darunter.

Drei Lieder mit der Angabe

Diese Lieder tragen die Angabe im Notenbild. Wie sie jeweils aussieht, zeigt die Beschreibung bei jedem Blatt.

Gesang und Klavier

Der Baustein Tempo weist außerdem darauf hin, dass das empfundene Tempo vom Zusammenspiel der anderen Bausteine abhängt: Dichte Notenwerte lassen ein Stück schneller wirken, ruhige Töne langsamer, ohne dass sich der Puls ändert.