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Moderne

Multiphonics

Griff- oder Blastechniken, mit denen ein Instrument mehr als einen Ton gleichzeitig erzeugt.

Was es bedeutet

Multiphonics (auch Mehrklänge) bezeichnen Spieltechniken, mit denen ein normalerweise einstimmiges Instrument mehrere Töne gleichzeitig erzeugt. Sie kommen vor allem bei Holzblasinstrumenten wie Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott und Saxophon vor. Dabei werden besondere Griffe, ein veränderter Luftstrom und eine angepasste Lippen- und Zungenstellung verbunden, sodass zwei oder mehr Frequenzen zugleich schwingen.

Bei Blechblasinstrumenten entsteht ein ähnlicher Effekt, wenn man zugleich spielt und in das Instrument singt oder summt.

Musikalische Verwendung

In der Neuen Musik wurden Multiphonics seit den 1960er Jahren systematisch erforscht. Der Komponist und Flötist Bruno Bartolozzi beschrieb sie in seinem Buch „New Sounds for Woodwind“ (1967) und machte sie damit für Komponisten nutzbar. Sie klingen oft rau, glasig oder schwebend und werden für Klangfarbenwirkungen eingesetzt.

Abzugrenzen sind Multiphonics vom Doppelgriff der Streicher, bei dem zwei Saiten getrennt gestrichen werden, und von Flageoletttönen, die einzelne Obertöne hervorbringen.

Spielpraxis

Übe Multiphonics mit einem Griffschema und arbeite sehr genau an Luftführung und Ansatz. Kleine Veränderungen können den Klang verändern oder das Instrument in einen Einzelton umschlagen lassen; nimm dir Zeit für gleichmäßige, ruhige Ansprache.