Quartenparallelen
Parallelführung zweier Stimmen im Abstand einer Quarte; von der älteren Satzlehre als klanglich ungünstig beurteilt.
Was es bedeutet
Quartenparallelen entstehen, wenn zwei Stimmen im Abstand einer reinen Quarte in dieselbe Richtung fortschreiten, sodass der Quartabstand beibehalten wird. Die ältere Satzlehre beurteilte sie als klanglich ungünstig, vor allem zwischen der tiefsten Stimme und einer anderen, weil die Quarte über dem Bass als Dissonanz galt. Sie bringen keine Selbstständigkeit der Stimmen, sondern lassen sie zusammenkleben.
Musikalische Verwendung
Das Verbot gehört zu den Regeln der Stimmführung im strengen Satz, ähnlich dem Verbot von Quinten- und Oktavparallelen, ist aber weniger streng. Im mittelalterlichen Organum wurden Quartparallelen dagegen bewusst eingesetzt, und in der Musik des Impressionismus, etwa bei Claude Debussy, sowie im Jazz mit seiner Quartenharmonik sind sie ein gewolltes Klangmittel. Die Wertung hängt also vom Stil ab.
Abzugrenzen sind Quartenparallelen von Quintenparallelen und Oktavparallelen, die in der strengen Lehre als schwerer Fehler gelten, und von Terz- und Sextparallelen, die als wohlklingend gelten.
Spielpraxis
Wenn du einen Satz schreibst, prüfe Quartenparallelen kritisch: In strenger Übung sind sie zu vermeiden. Als Klangfarbe in moderner Musik darfst du sie bewusst nutzen und auf ihre offene, leere Wirkung achten.