Querstand
Chromatischer Widerspruch eines Tons zwischen zwei Stimmen in aufeinanderfolgenden Akkorden.
Was es bedeutet
Ein Querstand entsteht, wenn ein Ton in einer Stimme in einem Akkord erscheint und im folgenden Akkord in einer anderen Stimme chromatisch verändert auftritt, zum Beispiel f in der einen und fis in der anderen Stimme. Beide Stimmen widersprechen sich dabei chromatisch, ohne dass es dazwischen in derselben Stimme zu einem Übergang kommt.
Musikalische Verwendung
In der strengen Satzlehre galt der Querstand als Fehler, weil er hart und unklar wirkt. Englische Komponisten der Renaissance und des Barock, darunter Thomas Tallis, William Byrd und Henry Purcell, setzten ihn dagegen bewusst als Ausdrucksmittel ein; man spricht vom „englischen Querstand“. Auch in der Musik der Romantik erzeugt er farbige Spannung.
Abzugrenzen ist der Querstand von der Chromatik innerhalb einer Stimme, in der ein Ton fließend erhöht oder erniedrigt wird, und von der Dissonanz zwischen gleichzeitigen Tönen, während der Querstand sich zwischen aufeinanderfolgenden Akkorden abspielt.
Spielpraxis
Wenn du einen Querstand singst, achte auf saubere Intonation beider Töne: Sie sollen klar unterscheidbar bleiben. Gib der Stelle Gewicht, denn sie ist oft ein Höhepunkt des Ausdrucks.