Sekundakkord
Dritte Umkehrung eines Septakkords: die Septime liegt im Bass und geht abwärts weiter.
Was es bedeutet
Der Sekundakkord ist die dritte Umkehrung eines Septakkords: Die Septime liegt im Bass, und der Grundton steht eine Sekunde darüber. Diese Sekunde gibt dem Akkord seinen Namen; in der Generalbassbezifferung wird er mit 2, ausführlicher 4/2, bezeichnet.
Musikalische Verwendung
Da die Septime eine Dissonanz ist, die abwärts aufgelöst wird, und hier im Bass steht, ist die Fortführung festgelegt: Der Bass fällt einen Schritt. Beim Dominantseptakkord führt das in den Sextakkord der Tonika, also in die erste Umkehrung mit der Terz im Bass — die Wendung D7 mit Septime im Bass zur Tonika mit Terz im Bass. Der Schluss wirkt dadurch weich und nicht abschließend, eher weiterführend.
Diese Stimmführung macht den Sekundakkord zu einem Mittel, Basslinien stufenweise abwärts zu führen. Ein Bass, der vom Grundton der Tonika über die Septime der Dominante zur Terz der Tonika absteigt, verbindet drei Klänge in einer schlichten Linie.
Im vierstimmigen Satz enthält der Sekundakkord in der Regel alle vier Töne des Septakkords; verdoppelt wird nicht, weil vier Töne auf vier Stimmen kommen. Der Leitton liegt in einer Oberstimme und steigt zum Grundton der Tonika.
Abzugrenzen ist der Sekundakkord vom Cluster und von der hinzugefügten Sekunde: Dort ist die Sekunde Klangfarbe; hier ist sie die Folge einer Umkehrung und verlangt Auflösung.
Der Sekundakkord des Dominantseptakkords führt meist in den Sextakkord der Tonika, weil die Septime im Bass schrittweise abwärts aufgelöst wird. In der Generalbassbezifferung steht er als 2, 4/2 oder 6/4/2. In der Funktionstheorie wird er mit einer kleinen 7 unter dem Funktionssymbol bezeichnet. Weil der dissonante Ton im Bass liegt, wirkt dieser Akkord besonders drängend und kaum als Ruhepunkt. ## Spielpraxis
Führe den Basston abwärts und gib ihm Gewicht — er ist die Dissonanz, und die Auflösung wirkt nur, wenn sie hörbar war. Nimm den folgenden Sextakkord leichter. Und achte darauf, den Leitton in der Oberstimme aufwärts zu führen, statt ihn liegen zu lassen.