Quintsextakkord
Erste Umkehrung des Septakkords.
Was es bedeutet
Der Quintsextakkord ist die erste Umkehrung eines Septakkords: Die Terz liegt im Bass, und über ihr stehen Quinte, Septime und Grundton. Den Namen gibt die Generalbassbezifferung, die die Intervalle über dem Bass zählt — die kennzeichnenden sind Quinte und Sexte, bezeichnet mit 6/5.
Musikalische Verwendung
Am häufigsten erscheint er als Umkehrung des Dominantseptakkords. Dann liegt der Leitton im Bass, der aufwärts zum Grundton der Tonika führt; funktionstheoretisch wird der Klang als D7 mit Terz im Bass bezeichnet. Die Auflösung verläuft mit dem Bass als Halbtonschritt aufwärts in die Grundstellung der Tonika — eine glatte, kräftige Bewegung, die den Schluss weniger endgültig macht als die Grundstellung, aber deutlich zielgerichtet.
Die Septime liegt in einer Oberstimme und wird wie gewohnt abwärts aufgelöst. Da der Leitton im Bass steht, darf er nicht in einer Oberstimme verdoppelt werden; sonst entstünden Oktavparallelen bei der Auflösung.
Eine zweite geläufige Verwendung betrifft die Subdominante: Die Subdominante mit hinzugefügter Sexte ergibt über dem Grundton einen Klang, der mit dem Quintsextakkord eines Septakkords auf der zweiten Stufe identisch ist. Diese Doppeldeutigkeit — als sixte ajoutée oder als Umkehrung — wird in der Theorie unterschiedlich gewichtet; in der Funktionstheorie überwiegt die Deutung als Subdominante mit hinzugefügter Sexte.
Beim Dominantseptakkord in erster Umkehrung liegt der Leitton im Bass, der aufwärts zur Tonika führt. In der Generalbassbezifferung erscheint er als 6/5. In der Funktionstheorie schreibt man D7 mit einer 3 unter dem Symbol. Eine besondere Rolle spielt der Quintsextakkord der Subdominante mit hinzugefügter Sexte, den Rameau als sixte ajoutée beschrieb und der in der Kadenz vor der Dominante steht. ## Spielpraxis
Führe den Basston im Quintsextakkord aufwärts — er ist meist der Leitton und will zum Grundton. Löse die Septime abwärts auf. Und bestimme im Zweifel aus dem Zusammenhang, ob der Klang dominantisch oder subdominantisch wirkt; das entscheidet über die Gestaltung.