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Akkord

Quintsextakkord

Der Quintsextakkord ist die erste Umkehrung eines Septakkords: Die Terz liegt im Bass, darüber stehen Quinte, Septime und Grundton. Den Namen gibt die Generalbassbezifferung 6/5. Am häufigsten ist er die Umkehrung der Dominante.

Bauart
erste Umkehrung eines Septakkords
Im Bass
die Terz
Generalbass
6/5
Bei G7
h im Bass: h–d–f–g
Funktionstheorie
D7 mit kleiner 3 unter dem Symbol

Der Septakkord, auf die Terz gestellt

Ein Septakkord hat vier Töne und kann deshalb in drei Umkehrungen stehen. Liegt die Terz im Bass, ist es die erste Umkehrung: der Quintsextakkord. Die Generalbassziffer 6/5 nennt die kennzeichnenden Intervalle über dem Bass, die Quinte und die Sexte. Beim Dominantseptakkord G7 mit den Tönen g–h–d–f liegt das h im Bass.

G7 in allen vier Stellungen (Bassschlüssel)

4 4

Der markierte Akkord ist der Quintsextakkord: derselbe Septakkord g–h–d–f, nur mit h im Bass. Es folgen Terzquartakkord (d im Bass) und Sekundakkord (f im Bass). Wo f und g direkt nebeneinander liegen, sind die Notenköpfe versetzt gezeichnet.

Subdominante mit hinzugefügter Sexte oder Quintsextakkord?

Links die Subdominante f–a–c mit hinzugefügter Sexte d. Rechts der Septakkord auf d (d–f–a–c). Dreht man den Septakkord so, dass f im Bass liegt, entstehen genau die Töne des linken Klangs. Das ist die Doppeldeutigkeit, die Rameau als „double emploi“ beschrieb.

Im Glossar: Septakkord · Terzquartakkord · Sekundakkord

Der Leitton im Bass

Am häufigsten tritt der Quintsextakkord als Umkehrung der Dominante auf. Dann liegt der Leitton im Bass. Er führt als Halbtonschritt aufwärts in den Grundton der Tonika, wie im Hörbeispiel von h nach c. Das ist eine glatte, kräftige Bewegung, die den Schluss weniger endgültig macht als die Grundstellung, aber deutlich zielgerichtet.

CIG7/HV⁶₅CI

Die Septime f liegt in einer Oberstimme und wird wie gewohnt abwärts aufgelöst, hier zu e. Da der Leitton im Bass steht, darf er nicht in einer Oberstimme verdoppelt werden: Sonst entstünden bei der Auflösung Oktavparallelen.

StellungBassGeneralbassFunktionstheorie
Grundstellungg Grundton7D7
Quintsextakkordh Terz6/5D7 mit kleiner 3
Terzquartakkordd Quinte4/3D7 mit kleiner 5
Sekundakkordf Septime2 (4/2)D7 mit kleiner 7

Sixte ajoutée: derselbe Klang, andere Deutung

Eine zweite Rolle hat der Quintsextakkord auf der Subdominantseite. Ein Septakkord auf der zweiten Stufe (in C-Dur d–f–a–c), auf die Terz gestellt, besteht aus f, a, c und d. Das sind genau die Töne der Subdominante mit hinzugefügter Sexte. Welche Deutung gilt, hängt von der Theorie ab: In der Funktionstheorie überwiegt die Deutung als Subdominante mit hinzugefügter Sexte, in der Stufentheorie die als Umkehrung. Mehr dazu unter Sixte ajoutée.

Zum Üben: Spiele am Klavier G7 in Grundstellung und dann mit h im Bass, und löse beides nach C auf. Höre, wie das Bass-h den Zug zum c verstärkt. Verbinde danach die Akkorde so, dass der Bass von g über h nach c aufwärts geht: erst eine Terz, dann ein Halbton.