Sixte ajoutée
Dreiklang mit hinzugefügter Sexte statt Septime — weicher Klang, häufig am Schluss.
Was es bedeutet
Sixte ajoutée — „hinzugefügte Sexte" — bezeichnet einen Dreiklang, dem über der Quinte die Sexte beigefügt ist, ohne dass eine Septime hinzutritt. In C-Dur ergibt die Subdominante mit hinzugefügter Sexte die Töne f, a, c und d. Der Begriff stammt aus der französischen Harmonielehre des 18. Jahrhunderts.
Musikalische Verwendung
Die Sexte verstärkt den subdominantischen Charakter und bereitet die Dominante vor; bezeichnet wird der Klang als S mit angehängter 6. Die Deutung ist nicht unumstritten: Derselbe Klang lässt sich auch als Quintsextakkord eines Septakkords auf der zweiten Stufe auffassen, und die Theorie hat beide Lesarten diskutiert. In der Funktionstheorie überwiegt die Deutung als Subdominante mit hinzugefügter Sexte, in der Stufentheorie die als Umkehrung.
Eine zweite, ganz andere Verwendung ist die Sexte am Tonikadreiklang als Schlussklang. Hier wird sie nicht aufgelöst, sondern bleibt als Farbe stehen, und der Schluss wirkt dadurch weich und offen statt abgeschlossen. In der Musik um 1900, im Jazz und in der Unterhaltungsmusik ist der Tonikaklang mit Sexte verbreitet; im Jazz gehört er zu den gebräuchlichen Akkordsymbolen.
Abzugrenzen ist die hinzugefügte Sexte von der Septime: Die Septime macht den Akkord dissonant und verlangt Auflösung, die Sexte bildet mit den übrigen Tönen einen konsonanten Zusammenklang und kann stehen bleiben.
Den Begriff prägte Jean-Philippe Rameau im 18. Jahrhundert. Der Akkord ist tongleich mit dem Quintsextakkord der zweiten Stufe; ob man ihn als Subdominante mit Sexte oder als Septakkord auf der zweiten Stufe deutet, ist eine Frage der Theorie. Im Jazz und in der Unterhaltungsmusik steht der Sextakkord oft als Tonikaklang am Schluss. ## Spielpraxis
Bestimme aus dem Zusammenhang, ob die Sexte eine Subdominante vorbereitet oder einen Schluss färbt — im ersten Fall führt der Klang zur Dominante, im zweiten ruht er. Setze die Sexte nach oben, damit der Klang durchsichtig bleibt. Und nimm sie im Schlussakkord leise; sie ist Farbe, nicht Spannung.