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Akkord

Sixte ajoutée

Sixte ajoutée, französisch „hinzugefügte Sexte“, bezeichnet einen Dreiklang mit einer Sexte über dem Grundton, ohne dass eine Septime hinzutritt. Der Klang ist weicher als ein Septakkord und steht auf der Subdominante oder als Schlussklang auf der Tonika.

Bauart
Dreiklang plus Sexte
Auf F in C-Dur
f–a–c–d
Auf C in C-Dur
c–e–g–a (Akkordsymbol C6)
Begriff von
Jean-Philippe Rameau

Ein Dreiklang mit Sexte

Der Dreiklang f–a–c ist die Subdominante von C-Dur. Fügt man über dem Grundton eine Sexte hinzu, hier das d, entsteht f–a–c–d. Eine Septime gehört nicht dazu. Das ist die Sixte ajoutée. Den Begriff prägte Jean-Philippe Rameau in seiner Theorie des 18. Jahrhunderts.

Subdominante mit hinzugefügter Sexte in C-Dur

Links der Dreiklang f–a–c, rechts mit dem hinzugefügten d. Das d bildet mit dem c darunter eine Sekunde.

Dasselbe als Septakkord auf d, auf die Terz gestellt

Links der Septakkord d–f–a–c, rechts seine erste Umkehrung mit f im Bass. Die Töne von rechts sind dieselben wie in der Subdominante mit Sexte oben. Welcher Name gilt, entscheidet das Umfeld.

Tonika mit Sexte: der weiche Schluss

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Der Dreiklang c–e–g und derselbe Klang mit hinzugefügtem a. Das a wird nicht aufgelöst, es bleibt als Farbe stehen.

Im Glossar: Quintsextakkord · Subdominante · Funktionstheorie

Hören

CIF6S⁶₅G7V⁷C6I (add6)

Der zweite Klang ist die Subdominante mit hinzugefügtem d. Er klingt wärmer als ein reiner F-Dur-Akkord und führt zur Dominante oder zur Tonika. Die Sexte verstärkt den subdominantischen Charakter und bereitet die Dominante vor. In der Funktionstheorie schreibt man dafür S⁶₅.

Zwei Deutungen desselben Klangs

Dieser Klang lässt sich auch anders lesen: als Quintsextakkord des Septakkords auf der zweiten Stufe. Rameau selbst sprach vom „double emploi“, dem doppelten Gebrauch. Welche Funktion gemeint ist, zeigt erst die Behandlung der Dissonanz. Die Deutung ist nicht unumstritten: In der Funktionstheorie überwiegt die Subdominante mit hinzugefügter Sexte, in der Stufentheorie die Umkehrung.

Rameau behandelte die Sexte als die kennzeichnende Dissonanz der Subdominante, denn sie bildet mit der Quinte eine Sekunde. Anders als die Septime, die abwärts geführt wird, löst sie sich stufenweise aufwärts auf, während der Grundton eine Quarte fällt.

Der Tonikaklang mit Sexte

Eine zweite Verwendung ist ganz anders: die Sexte am Tonikadreiklang als Schlussklang. Hier wird sie nicht aufgelöst, sondern bleibt als Farbe stehen, und der Schluss wirkt weich und offen statt abgeschlossen. Im Jazz und in der Popularmusik des 20. Jahrhunderts ist dieser Klang verbreitet und gehört zu den gebräuchlichen Akkordsymbolen: C6 bedeutet c–e–g–a. Auch in der Musik des Impressionismus erscheinen solche Klänge als Klangfarbe.

Zum Üben: Spiele am Klavier F und dann F6, danach G7 und C. Höre, wie das d im F6 die Dominante vorbereitet. Spiele zum Schluss C6 statt C und achte darauf, dass der Schluss weniger endgültig wirkt.