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Akkord

Vorhaltsakkord

Ein Vorhaltsakkord ist ein Dreiklang, bei dem die Terz durch die Quarte oder die Sekunde ersetzt ist. Weil die Terz über Dur oder Moll entscheidet, bleibt der Klang unentschieden. In Akkordsymbolen heißt er sus4 oder sus2 (englisch „suspended“).

Bauart
Terz ersetzt durch Quarte oder Sekunde
Csus4
c–f–g
Csus2
c–d–g
Klang
offen, schwebend, weder Dur noch Moll

Die Terz fehlt

In jedem Dur- oder Molldreiklang entscheidet die Terz über das Tongeschlecht: Mit e klingt C-Dur, mit es klingt c-Moll. Ersetzt man sie durch die Quarte (f) oder die Sekunde (d), entsteht ein Klang, der keins von beidem ist. Das ist der Vorhaltsakkord. Im Akkordsymbol heißt das Csus4 oder Csus2, wobei „sus“ für „suspended“ steht, also „aufgehängt“.

Csus4 löst sich in C-Dur auf

Im ersten Klang steht die Quarte f statt der Terz. Sie fällt einen Schritt abwärts zum e und macht den Akkord zu C-Dur. Genau das ist der klassische Quartvorhalt.

Csus2 und die beiden Auflösungen

Mit der Sekunde d statt der Terz bleibt der Akkord offen. Die Sekunde kann zur Terz wandern: aufwärts zum e (Dur) oder um einen Halbton aufwärts zum es (Moll). Der sus2-Klang legt sich also nicht fest.

Im Glossar: Vorhalt · Dreiklang · Dominante

Vom Vorhalt zum eigenen Klang

Historisch ist der Klang aus dem Vorhalt hervorgegangen. Im klassischen Satz wird die Terz eines Akkords vorübergehend durch die Quarte ersetzt, die auf betontem Taktteil liegt und sich anschließend schrittweise abwärts in die Terz auflöst. Besonders häufig steht dieser Quartvorhalt auf der Dominante vor dem Schluss: Die Dominante erscheint zunächst ohne Terz und erhält den Leitton erst mit der Auflösung. Das verzögert den Schluss und verstärkt ihn.

CIGsus4V sus4GVCI

In der Musik des 20. Jahrhunderts, im Jazz und in der populären Musik hat sich der Klang verselbständigt. Er muss nicht mehr aufgelöst werden, sondern kann als Farbe stehen bleiben. Er wirkt offen, schwebend und leicht gespannt. Weil ihm die Terz fehlt, passt er in verschiedene Zusammenhänge und eignet sich für Klangflächen und Übergänge.

Abgrenzung

  • Power Chord: Auch ihm fehlt die Terz, aber es tritt kein Ersatzton an ihre Stelle. Er besteht nur aus Grundton und Quinte.
  • Akkord mit hinzugefügter Sekunde (add2): Die Terz bleibt erhalten, die Sekunde kommt nur dazu. Csus2 hat dagegen kein e.
  • Quartsextakkord: Auch dort steht eine Quarte über dem Bass, aber als Umkehrung eines Dreiklangs. Im sus4-Akkord liegt der Grundton im Bass.
Zum Üben: Spiele am Klavier oder auf der Gitarre G, dann Gsus4 und wieder G. Höre, wie das c über dem g „hängt“, bis es nach h aufgelöst wird. Spiele dann Csus2 und entscheide dich beim Weiterspielen einmal für e, einmal für es.