Es-Moll
Moll-Tonart mit sechs Bs; Paralleltonart zu Ges-Dur.
Was es bedeutet
Es-Moll ist die Molltonart mit sechs Bs in der Vorzeichnung: b, es, as, des, ges und ces. Ihr Grundton ist es, ihre Durparallele Ges-Dur. Im Quintenzirkel liegt sie sechs Schritte auf der B-Seite und damit nahe der Stelle, an der sich Kreuz- und B-Seite treffen. In der harmonischen und melodischen Form kommt d als erhöhte siebte Stufe hinzu.
Musikalische Verwendung
Es-Moll ist eine selten gewählte Tonart, weil ihre sechs Vorzeichen das Lesen und Spielen erschweren. Sie erscheint vor allem in Klavier- und Orgelmusik, wo die schwarzen Tasten der Hand gut liegen. Im ersten Teil von Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier steht das Präludium in es-Moll, die zugehörige Fuge dagegen in dis-Moll. Häufig wird statt Es-Moll das enharmonisch gleiche Dis-Moll mit sechs Kreuzen geschrieben.
Abzugrenzen ist Es-Moll von E-Moll, das nur ein Kreuz führt, und von Ges-Dur, der Durparallele mit gleicher Vorzeichnung, aber hellerem Charakter. Zu unterscheiden ist es auch von Dis-Moll, das auf temperierten Instrumenten gleich klingt, aber anders notiert wird.
Spielpraxis
Übe Es-Moll zunächst am Klavier, wo Tonleiter und Dreiklänge durch die schwarzen Tasten gut greifbar sind, und lies dann die Noten mit allen sechs Bs bewusst laut nach Tonnamen. Beim Streichen und Singen achte darauf, den erniedrigten dritten Ton ges nicht zu hoch zu intonieren.