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Form

Musette

Die Musette ist ursprünglich ein französischer Dudelsack. In der Barockmusik heißt auch ein Stück oder Tanz so, der an ihn erinnert: Unter der Melodie liegt ein Bordunbass, der den Ton des Dudelsacks nachahmt. Im Archiv liegt eine Musette in D-Dur aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach.

Wort
französisch musette, zu altfranzösisch muse, „Dudelsack“
Bedeutungen
französischer Dudelsack; Tanz und Musikstück des Barock
Kennzeichen
Bordun, Orgelpunkt
Takt im Archivstück
2/4

Dudelsack, Tanz, Stück

Das Wort hat mehrere Bedeutungen. Zwei davon sind die französische Sackpfeife des 17. und 18. Jahrhunderts und ein langsamer Tanz, den diese Sackpfeife begleitet; das Wort kommt über das Französische vom altfranzösischen „muse“ für Dudelsack. Außerdem bezeichnet es eine kurze Oboe und einen französischen Volkstanz des späten 19. Jahrhunderts. Hier geht es um das Stück der Barockzeit: Es ist ein Musikstück und Tanz im Stil der Musette de cour, einer besonders feinen Form des Dudelsacks.

Die Musette ist eng mit der Pastorale verwandt, die allerdings im Barock meist mit der Geburt Christi und dem Weihnachtsfest verbunden war.

Der Bordun im Notenbild

Den Bordun erkennst du an der linken Hand. Er ist ein Basston, der unter der Melodie liegen bleibt oder immer wieder angestoßen wird, wie bei den Bordunpfeifen des Dudelsacks. Die Tabelle stellt gegenüber, wie die Musette beschrieben wird und was im Archivstück steht.

Beschreibung der MusetteMusette D-Dur im Archiv
Basscharakteristischer Bordunbass, meist ein lang gehaltener Orgelpunkt; er kann auch in regelmäßigen Abständen angestoßen werdenTakt 1–2 und 5–6: die linke Hand wechselt in Achteln zwischen D und d; in Teil 2 zwischen A und a, später zwischen E und e
Taktuneinheitlich: Tanz im Dreivierteltakt oder Sechsachteltakt, aber auch Musette in Zweier- und Dreiermetren; keine einheitliche Tanzform2/4
Tempo und CharakterTempo meist mäßig langsam, Charakter lieblich, friedlich, idyllischkeine Tempoangabe auf dem Blatt

Auffällig ist der Takt: Manche Beschreibungen nennen Dreiviertel- oder Sechsachteltakt, andere Zweier- wie Dreiermetren und halten die Musette für keine einheitlich definierte Form. Bachs Stück steht in 2/4. Der Bass entspricht dagegen genau der Beschreibung: ein Ton, der in regelmäßigen Abständen angestoßen wird.

Bordunbass, der bei jedem Achtel angestoßen wird

2 4

Ein eigenes Beispiel in D-Dur. In den Takten 1 bis 3 springt die untere Stimme in jedem Takt zweimal zwischen D und der Oktave darüber, wie die linke Hand am Anfang der Musette im Archiv; der letzte Takt endet mit einer Viertel auf D. Die obere Stimme schreitet in Achteln durch Töne von D-Dur.

Dieselbe Melodie über einem gehaltenen Basston

2 4

Die Melodie ist dieselbe, der Bass liegt aber als halbe Note durch jeden Takt. Diese Form gilt als die meist übliche. Höre den Unterschied: Der angestoßene Bass in der ersten Zeile pulsiert, der gehaltene trägt ruhig.

Die Musette im Archiv

Klavier

Beim Namen Bach lohnt ein Blick auf die Nummer: Der Zusatz „Anh.“ bei der BWV-Zahl kennzeichnet den Anhang des Werkverzeichnisses mit Stücken zweifelhafter Echtheit. Das Blatt nennt Bach als Urheber.

Zum Üben: Spiele zuerst die linke Hand allein und höre auf den Oktavsprung: tiefes D, hohes d, immer im gleichen Abstand. Zähle „eins-und, zwei-und“. Setze dann die rechte Hand dazu; in Takt 1 liegt die Viertel auf „eins“ und die vier Sechzehntel füllen den zweiten Schlag.

Häufige Fehler

  • Den Bass zu laut spielen: Er begleitet und soll die Melodie nicht übertönen.
  • Die Wiederholung vergessen: Das Zeichen vor Takt 9 und das am Ende nach Takt 20 gehören zu Teil 2; Teil 1 hat sein eigenes am Ende von Takt 8.
  • Die Fermate in Takt 8 überspielen: Dort hältst du den Schlusston von Teil 1 länger, bevor es zur Wiederholung geht.