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Akkord

Übermäßiger Dreiklang

Zwei große Terzen übereinander. Er teilt die Oktave gleichmäßig und hat deshalb keinen eindeutigen Grundton.

Was es bedeutet

Der übermäßige Dreiklang besteht aus zwei übereinandergeschichteten großen Terzen; zwischen Grundton und Quinte liegt eine übermäßige Quinte. In seiner Grundgestalt über c besteht er aus c, e und gis. Die Ergänzung zur Oktave — von gis zum oberen c — ist enharmonisch wieder eine große Terz, sodass der Akkord die Oktave in drei gleiche Teile teilt.

Musikalische Verwendung

Aus dieser Symmetrie folgt seine wichtigste Eigenschaft: Alle Umkehrungen klingen gleich, und kein Ton hebt sich als Grundton hervor. Es gibt nur vier verschiedene übermäßige Dreiklänge; alle weiteren sind enharmonische Schreibungen dieser vier. Welcher Ton im Einzelfall als Grundton gilt, ergibt sich aus der Schreibweise und aus dem Zusammenhang.

Diese Mehrdeutigkeit macht den Klang beweglich. Jeder seiner Töne kann durch Halbtonschritt in einen benachbarten Dur- oder Mollklang führen, und das ermöglicht überraschende Wendungen und entfernte Modulationen. In der funktionalen Harmonik erscheint er meist als Dominante mit erhöhter Quinte, deren erhöhter Ton als zusätzlicher Leitton zur Terz der Tonika strebt, oder als Durchgangsklang zwischen einem Dreiklang und seiner Sextlage. Leitereigen steht er auf der dritten Stufe der harmonischen Molltonleiter.

Seine Töne sind sämtlich in der Ganztonleiter enthalten, mit der er das Prinzip gleichmäßiger Abstände teilt. In der Musik um 1900 erscheint er deshalb häufig als Klangfarbe ohne Auflösungszwang.

In der Romantik wird er gern als Durchgangsklang benutzt, etwa wenn die Quinte eines Durdreiklangs chromatisch zur Sexte steigt. ## Weitere Bezeichnungen

Augmentierter Akkord folgt dem englischen augmented chord; im Akkordsymbol steht „aug“ oder ein Pluszeichen. Da der übermäßige Dreiklang die Oktave in drei große Terzen teilt, gibt es nur vier klanglich verschiedene übermäßige Dreiklänge, und jeder kann enharmonisch umgedeutet werden.

Spielpraxis

Bestimme den Grundton aus der Schreibweise und führe die übermäßige Quinte aufwärts weiter. Intoniere sie eher hoch, damit die Zugkraft hörbar wird. Und lass dem Klang dort, wo er als Farbe steht, Zeit — seine Wirkung liegt im Schweben, nicht im Vorwärtsdrängen.